geplanter Windpark zwischen Ahlum und Dettum
(kommt er nun doch noch, nachdem die entsprechende Regionalplanung
nach 2014 ins Stocken gekommen ist?)

Was ist von den Argumenten gegen den Windpark zu halten?

Von den hauptsächlich angeführten Argumenten gegen Windkraft ist unseres Erachtens nicht viel zu halten. Wir greifen sie hier auf und möchten sie Stück für Stück widerlegen.

Wie "an den Haaren herbeigezogen" wirken die angeblichen Gesundheitsgefahren durch Windkraftanlagen. Diese werden in einschlägigen Kreisen im Netz (windkraftgegner.de u.ä.) breit getreten, immer wieder neu formuliert und durch Gutachten zweifelhaften Ursprungs unterlegt. Es werden immer die gleichen möglichen Gesundheitsrisiken angeführt, aber konkrete Gesundheitsschäden bei realen Personen sind nicht belegt. Wir schlagen vor, auch die Gesundheitsschäden durch konventionelle und atomare Kraftwerke in die Betrachtung einzubeziehen und dann eine Wertediskussion anzuschließen. Mit dieser angeblich "aufklärenden Information" werden in Wahrheit nur bewusst Verunsicherung und Ängste geschürt. Wir unterstellen, dass diese Argumentation wider besseren Wissens geführt wird, einfach weil es schwer fällt, ihr objektiv zu folgen.

Angeblich: Windkraftanlagen verschandeln die Landschaft.

Da kann man doch nur herzhaft zustimmen, oder? Nicht ganz! Es geht immer auch um den Vergleich mit anderen technischen Anlagen und um die Verhältnismäßigkeit der Mittel. Dazu nur drei kurze Statements:
  • Durch Braunkohleabbau verwüstete Landstriche sowie Strommasten, Kühltürme, Schornsteine sind auch keine Zierde. Nur hat man sich an sie gewöhnt.
  • Der Klimawandel kann nur durch den Einsatz regenerativer Energien abgemildert werden. Die Zeit drängt, und die Haltung "nicht vor meiner Haustür" ist moralisch nicht zu vertreten.
  • Die so genannte "Energiewende" ist vorgegeben. Nun ist für die kommenden Jahre eine "Energielücke" zu verhindern. Dafür ist der Ausbau der erneuerbaren Energien, an erster Stelle der Windenergie, alternativlos.

Angeblich: Ein benachbarter Windpark mindert den Wert der eigenen Immobilie.

Das trifft nur für einen kurzen Zeitraum vor der Fertigstellung zu. Mit der Gewöhnung an die Realität werden hier wieder realistische Maßstäbe angelegt. Auch die Nachbarschaft zum Asse II-Lager hat die Immobilienpreise nicht nachhaltig gedrückt. - Wer in unseren Dörfern ein Haus baut, erleidet dagegen schon heute im Moment der Fertigstellung aus ganz anderen Gründen einen realen Wertverlust: In den letzten Jahrzehnten ist die Infrastruktur im ländlichen Raum kontinuierlich abgebaut worden (Einkaufsmöglichkeiten, Bahnanbindung, ärztliche Versorgung, ...). Das ist heute der Preis für die ruhige Lage auf dem Dorf. Die Ansiedlung eines Windparks bietet dagegen die (derzeit einzige sichtbare) Gelegenheit, gewerbliche Einnahmen ins Dorf fließen zu lassen und die Erhaltung der verbliebenen Infrastruktur zu sichern.

Angeblich: Windkraftanlagen schädigen die Gesundheit durch andauerden Lärm.

Moderne Windkraftanlagen werden in 1000 m Entfernung nicht mehr als störende Geräuschquellen wahrgenommen, auch wenn sie zu Windparks gebündelt sind. Entsprechend begründete Klagen gegen Windkraftanlagen waren bisher immer erfolglos (vielfach nachzulesen im Netz). Den Gegnern ist es offenbar nicht bewusst, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes gegen "Windmühlenflügel" kämpfen

Angeblich: Windkraftanlagen erzeugen gesundheitsschädlichen Infraschall.

Wahr ist, dass jede Lärmquelle (in unmittelbarer Nähe der Nabe ist auch eine Windkraftanlage eine solche) Infraschall erzeugt, genauer gesagt ein breites Band von (Schall-)Wellen unterschiedlicher Frequenzen. Wegen der größeren Wellenlänge wird Infraschall wesentlich schwächer gedämpft als hörbarer Schall, ist also auch in größerer Entfernung noch messbar. Damit er wahrgenommen ("gefühlt") werden kann, muss er aber mit erheblich höherem Schalldruck ankommen als hörbarer Schall. - Alle Gutachten aus seriösen Quellen bescheinigen keine oder vernachlässigbare Auswirkungen des Infraschalls von Windkraftanlagen auf die menschliche Gesundheit. Warum gerade tieffrequenter Schall durch Windkraftanlagen krank machen soll Infraschall aus anderen Quellen weniger oder gar nicht?), ist nicht plausibel. Hier wird offenbar ein Phantom maßlos aufgebauscht und Mitbürger damit in die Irre geführt.

Angeblich: Windkraftanlagen erzeugen durch andauernden Schattenwurf Gesundheitsschäden.

In einer Entfernung von 1000 m ist ein entsprechender Schattenwurf kaum realistisch. Außerdem dürfen Anlagen per Gesetz nur max. 30 Minuten pro Tag oder 30 Stunden pro Jahr Schatten auf Wohnhäuser werfen. Sie werden daher mit Automatiken ausgestattet, die bei möglicher Überschreitung dieser Grenzwerte die Anlage abschalten. Die Grenzwerte verhindern damit eine dauerhafte Belästigung (max. 2 % des Tages bzw. 0,3 % des Jahres) und stellen damit auch keine Gesundheitsgefährdung dar.

Angeblich: Die nächtliche Blinkbefeuerung an Windkraftanlagen ("Disko"-Effekt) ist gesundheitsschädigend und gefährdet Verkehrteilnehmer.

Moderne Anlagen werden in Abhängigkeit von der Fernsicht automatisch auf die minimal nötige Helligkeit gedimmt. Darüber hinaus gibt es das hiesige Wetter leider nicht her, bis zur Gesundheitsschädigung auf der Terrasse sitzen zu können. Und im Schlafzimmer sollte das Blinklicht auch nur an wenigen warmen Nächten pro Jahr wahrnehmbar sein. - In Sachsen-Anhalt gibt es trotz größerer Windparkdichte keine entsprechenden Verkehrsunfall-Statistiken. Unabhängig davon arbeiten die Anlagenhersteller an Techniken zur Minimierung der Befeuerung (derzeit aktive Radaranlagen zur Erkennung sich nähernder Flugzeuge, sodass die Befeuerung nur bei wirklichem Bedarf angeschaltet wird). Künftig verfügbare Lösungen sollten dann natürlich auch genutzt werden.

Angeblich: Windkraftanlagen erschlagen Vögel.

Das Argument ist wohl nicht ganz ernst zu nehmen. Entsprechende Kadaver-Zählungen waren absolut unergiebig. Obwohl der Straßenverkehr vergleichsweise wirklich viele Vögel das Leben kostet, sind auch noch keine Tierfreunde auf den Plan getreten und haben für ein KFZ-Verbot plädiert.
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(letzte Änderung: 18.10.2019)